(Geistiger) Zustand · Sport(lich)

Titten!

Da ich jetzt eure volle Aufmerksamkeit habe… reden wir über Politik.

Nein. Ich möchte tatsächlich über das Thema Brüste bloggen. Meine Brüste. Holt schon mal das Popcorn raus.

Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht gerade zu den Menschen gehöre, die kleine Brüste haben. Schon mit 14 war die beste Freundin meiner älteren Schwester neidisch, weil ich zu diesem Zeitpunkt schon ein C-Körbchen trug… während sie nie mehr als ein A – Cup hatte.
Ich mochte meine Brüste auch immer. Mal abgesehen davon, dass die eine ein klein wenig größer als die andere war und meine Brustwarzen nicht symmetrisch sind. Das belastete mich früher sehr. Mittlerweile nicht mehr.
[Because: das ist völlig normal & nobody is perfect]

Im Laufe der Zeit wuchsen meine Brüste weiter. Obwohl ich mit 18 mit meinen damals 48 kg zu den Untergewichtigen zählte, war da trotzdem ein D-Körbchen da. Kein Wunder, dass ich sehr früh Rückenprobleme bekam.
Dann kam die Schwangerschaft und die auf die Fehlgeburt folgenden Hormonumstellungen. Ich nahm zu – und auch meine Brüste. Das F – Körbchen zur Zeit der Schwangerschaft blieb mir zwar nicht… aber oft musste ich zu E – Cups greifen oder aber zu groß ausfallenden D – Cups. Bei BonPrix bestellte ich damals viel, weil da anscheinend irgendwie fast alles etwas größer ausfiel… und bei Miriale, bei denen es Spitzenunterwäsche auf den Kunden abgestimmt zu kaufen gab.

Eigentlich trug ich fast immer Spitzen-BHs. Andere gefielen mir nicht. Und es mussten immer Bügel-BHs sein. Sonst hatte ich das Gefühl, es sitzt alles nicht so, wie es soll. Bei meiner Brustgröße war es ja auch normal, dass die Brüste irgendwann ein wenig der Schwerkraft nachgaben, meinte ich jedenfalls. Die einzige Zeit, in der ich keine BHs trug, war nachts.
– Auch das war früher anders. Ich bekam als Teenager gesagt, dass ich einen BH tragen müsste, da sonst meine Brüste anfangen zu hängen. Als meine Brüste wuchsen, hatte ich dann ziemliche Angst davor. Also trug ich selbst nachts einen engen BH. –

Irgendwann war mir die Bügel-Sache zu unangenehm und überhaupt fand ich es zu nervig, nachts einengende Sachen zu tragen. Also ließ ich ihn weg. Ich bin mittlerweile überzeugte (Fast-)Nackt-Schläferin. Was manchmal auch so schon schwierig genug war, da ich fast nur auf dem Bauch einschlafe. Aber nur in einer Position, in der ich meine Brust nicht eindrücke…

Naja. Die erste Veränderung kam dann mit dem Poledance.
Sport war jetzt nie so mein Ding und deshalb gehörten Sportbh’s jetzt auch nicht gerade in meinen Kleiderschrank. Doch nach den ersten Stunden wurde mir klar, dass es beim Pole sehr wichtig ist, einen gut sitzenden Sport-BH zu tragen. Möglichst einen, bei dem die Brust auch über Kopf nicht gleich raushüpft (wobei mir das bei neuen, guten Sportbhs auch durchaus schon passiert ist), denn oft hat man beim Pole kein Shirt an, da man ja die nackte Haut braucht, um sich an der Stange zu halten.
Also habe ich mich über die verschiedenen Level bei Sport-BHs informiert und ein paar wirklich gut sitzende Modelle gefunden.

Damit war der Sport definitiv bequemer und ich hatte auch beim Rennen keine Schmerzen mehr in der Brust, wie es früher im Schulsport der Fall war. Allgemein merkte ich, dass es viel komfortabler im Sport-BH war. Weil nichts drückte, piekste oder verrutschte. Wenn ich vorm PoleDance arbeiten war, trug ich dann vorher schon den Sportbh auf Arbeit. Unter meiner geschlossenen Arbeitsbluse sieht man das eh nicht.

Nach ca. einem halben Jahr mit Poledance hatte ich dann ein Problem. Ich fühlte seltsame „Wülste“ in meiner Brust. Irgendwelche Verhärtungen. Also bewegte ich mich zu einer Frauenärztin, mit der Vermutung, Knötchen in der Brust zu haben.
Aber diese konnte mich beruhigen. Es waren keine Knoten. Ich hatte einfach nur Brustmuskeln bekommen. Ein bisschen peinlich war mir das schon. Aber nicht lang.

Ich hatte mich langsam an diese Sport-BH Sache gewöhnt. Ich trug sie immer häufiger, normale BHs nur noch zum ausgehen. Und Zuhause trug ich immer öfter gar keinen BH mehr. Meinen Schatz störte das nicht. Und ich fühlte mich ohne langsam viel wohler. Meistens trage ich eh schwarze Tops, da sieht man das ja nicht so sehr.

Als ich letztes Jahr dann 5 Wochen Zuhause bleiben musste und keinen Sport machen durfte, versuchte ich es ganz ohne BH. Ich hatte es bei einer YouTuberin entdeckt, die ebenfalls davon berichtete, wie befreiend es sei. Also beschäftigte ich mich ausgiebiger mit dem Thema. Es scheint sogar gerade bei manchen Mädchen „in“ zu sein. In wie weit das jetzt mit feministischen Bewegungen zusammen hängt, kann ich nicht sagen. Ich wollte das für mich ausprobieren, nicht um den Männern zu zeigen: „Hey, ich darf meine Nippel genauso zeigen wie du!“
In einigen Berichten habe ich darüber gelesen, dass das weglassen eines BHs die Brust strafft, die Brüste runder und voller macht und sogar gegen Rückenprobleme helfen soll. Doch leider stand überall, dass das nur bei kleinen Körbchen empfohlen wird. Nicht bei großen Brüsten.

Ich habe dieses Experiment trotzdem für mich durchgeführt. Die ersten Versuche waren noch sehr zaghaft. Ich hab ständig meinen Schatz gefragt „sieht man da nicht meine Nippel?“ oder „sieht man, dass ich keinen BH an habe?“
Anfangs war ich dann nur ohne BH spazieren. Dann mit Jacke drüber einkaufen. Das war nur am Anfang seltsam. Irgendwann merkt man dann, dass die Leute sich dafür interessieren was sie einkaufen. Nicht, wie meine Brüste aussehen.
Im nächsten Schritt war ich dann ohne BH bei meinen Eltern zum Sonntagsessen. Meine Mutter bemerkte allerdings sofort, dass ich keinen anhabe. Fand es aber nicht „schlimm“.

In der Zeit Zuhause habe ich dann leider noch ein paar Kilo zugenommen. Und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass auch die Brust schon wieder zugenommen hat. Auf jeden Fall war sie tatsächlich auch irgendwie runder geworden.

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Und als meine Krankschreibung vorbei war, dann das Problem: Ich passte in keinen meiner BHs mehr. Nur noch in einige wenige Sport-BHs. Alsooo,… hab ich mich einfach gegen „normale“ BHs entschieden. Ich hab auf Arbeit nur noch Sport-BH getragen und beim ausgehen dann auch. Nur hab ich da dann immer Sachen raus gesucht, die geschlossener waren, wo es nicht ganz so eine Rolle spielt. Wir gehen eh kaum noch aus… also hat das schon so gepasst.

Erst vor ein paar Wochen habe ich mich dann doch getraut. Wir waren bei Hengst und Moru auf einen gemütlichen Abend. Also dachte ich mir, lass ich den BH einfach mal weg. Die beiden haben mich schließlich schon in ganz anderen Situationen erlebt xD
Ich hatte wieder ein einfaches schwarzes Top an.
Beim eintreten ins Wohnzimmer kam ich mir dann aber schon etwas seltsam vor. Ich hatte das Gefühl, es fällt auf. Tatsächlich sagten mir beide im Laufe des Abends, dass es ihnen ziemlich schnell aufgefallen war. >Weil die Brüste so auseinander gehen“ bzw. „weil die Brüste nicht so hochgepusht waren<
Beide sagten, sie fänden es weder schlecht, noch unpassend. Nur eben anders.
Aber wer würde auch einer Freundin sagen „ey, deine Brüste hängen“ oder „das sieht ganz schön scheiße aus“…?

Nun bin ich mir nicht sicher, ob ich dieses Experiment weiter führe. Auf Arbeit traue ich mich auch nicht, ohne BH. Sieht man durch eine hellblaue Bluse vielleicht dann doch was? Und darf man überhaupt am Arbeitsplatz so lässig, ohne BH, auftauchen? Oder ist das ein NO GO in der der Kleiderordnung?

Ich fühle mich wohl ohne BH und habe das Gefühl, dass es meinen Brüsten auch gut tut.
Aber in Gesellschaft habe ich doch das Gefühl, dass der soziale Druck, ins Bild zu passen, doch sehr stark ist. Ich arbeite ja aber auch stetig daran, mich selbst lieben zu lernen und ich bin nun mal wie ich bin – mit nicht perfektem Körper, mit nicht perfekten Brüsten.

Ein Kommentar zu „Titten!

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