Frust · Gefühlschaos

Das dicke schwarze Loch

Irgendwie habe ich in letzter Zeit wieder zunehmend das Gefühl, in einem dicken fetten schwarzen Loch festzusitzen. Als würde ich versuchen vorran zu kommen, und für jeden Schritt den ich nach vorne mache, mache ich auch zwei zurück. Ich habe wirklich versucht, die Vergangenheit auch Vergangenheit sein zu lassen. Aber irgendwie schaffe ich es nicht, mit klarem Blick nach vorn zu schauen. Ich stecke fest, und die Tage, Wochen und Monate rasen an mir vorbei, ohne einen Eindruck zu hinterlassen. Ohne das ich es auch nur im geringsten geschafft hätte, weiter zu kommen. Das ist so frustrierend!

Mein Blog war für mich immer mein Medium, in dem ich mich ausdrücken konnte und meine Gefühle verarbeitet habe. Mittlerweile sind meine Beiträge größtenteils nur noch von Smalltalk und anderen Themen geprägt, die zwar schon zu meinem Leben gehören, aber mich nicht wirklich bewegen. Es kommt mir zur Zeit einfach so vor, als könnte ich meine Gedanken und Gefühle nichtmehr richtig ausdrücken. Ich weiß auch im Moment garnicht, ob ich überhaupt noch fühle. Die Welt ist gerade so grau und eintönig. Mein Leben ist grau und eintönig. Ich fühle zur Zeit eine Leere in mir, die ich garnicht beschreiben kann. Es fühlt sich an wie ein klaffendes Loch in meiner Brust. Ich kann mich nicht mal mehr richtig freuen, wenn ich eine schönes Erlebnis hatte. Ich kann nichtmal mehr richtig traurig sein. In mir ist nur noch ein gefühlsneutraler Klumpen. Das in letzter Zeit einiges in meinem Leben schief läuft, habe ich ja bereits akzeptiert. Aber das im Moment alles so trist ist, dass ich nichtmal mehr weiß, wofür das alles überhaupt noch gut sein soll, ist wirklich erschreckend.

12 Kommentare zu „Das dicke schwarze Loch

  1. Ach jee…
    Ich würde dir gern einen Rat geben, aber das kann ich nicht…
    Versuch, in dich zu gehen und mach das, was du am liebsten tust. Finde zu dir selbst, dann sieht die Welt wieder anders aus. 🙂
    Hoffe ich zumindest.

  2. Vielleicht kannst Du ja mit einer guten Freundin reden. Das ist auf jeden Fall besser als übers Internet. Hier ist immer alles so schein-anonym, da bleibt man am Ende ohnehin alleine.

    Mir hat es immer geholfen, ein Ziel zu finden, ein Kleid zu nähen oder etwas zu lernen, ein Buch zu lesen etc. Dann ist man immer eine Weile beschäftigt.

    Lg Kitteh

  3. Ich kenne ebenso das Gefühl… Mir kommt gestern vor wie letzte Woche. Die Zeit rinnt mir wie Sand durch die Finger. Mein Pensum schaffe ich gerade so noch – jeden Tag. Meine Vergangenheit und das, was mich damals glücklich gemacht hat, dafür habe ich nun gar keine Zeit mehr, wahrscheinlich sogar nie mehr…denn mein ganzes Dasein dreht sich nur noch ums Abi. Jeden Tag lernen, nebenher ebenso Weiterbildung durch andere Dinge, die mich interessieren, durch lesen und schreiben. Ich versuche alles nur noch mit Wissen zu stopfen. Das Loch in mir wird sonst real und verschlingt mich, zieht mich auf den Boden und wirft mir an den Kopf, ich sei zu dumm für all das…so habe ich zumindest ansatzweise die Motivation und die Chance, es denen zu zeigen, auch wenn das Gefühl der Wertlosigkeit immer wieder kommt, wenn ich an meine Zukunft denke.
    Mein Leben habe ich also für all das komplett umgekrempelt, Gefühle verdränge ich größtenteils aus Selbstschutz und in der Hoffnung, dass sie nicht auf die Idee kommen, auszubrechen. Denn ich weiß, dass mich ein Gefühlswirrwarr nur vom Lernen abhalten würde.
    Aber trotz allem, trotz negativen Gedanken, die wohl nie verschwinden werden, machen mich auch die kleinen Dinge glücklich. Zwar sind sie selten und nicht so intensiv, aber ich bin mir in dem Moment bewusst, glücklich zu sein. Und das ist die Kunst. : )

    Und ich mag deine Beiträge, egal was du schreibst! Dein Blog – Deine Gedanken. Und ich bin mir sicher, dass du die Worte hast, um sie zu formulieren.. Sie sind in deinem Kopf und schwirren nur gerade umher. Denk nicht zu lange über die Blockade in dir nach, die dich am Schreiben hindert, schreib einfach drauf los und „es“ dir damit von der Seele! Ich weiß, das ist leicht gesagt, stimmt aber. Wenn man zu viel im Voraus nachdenkt beginnt man oft nur zu zweifeln…und dann macht man gar es nicht und fühlt sich noch mieser…

    Ich hoffe, dass es dir bald wieder besser geht und du dich auch wieder an den kleinen Dingen erfreuen kannst und dir auch bewusst machst, welche Bedeutung sie eigentlich im Leben haben. : )

    Alles Gute auch von mir!

    Journey

  4. Hallo Erzgebirgerin,

    Vielleicht liegts am vergangenen Urlaub?? Ich falle anschließend auch immer in ein tiefes Loch. Und wenn ich mich nicht mit Aufgaben vollschütte, komm ich da schlecht wieder raus. Letztes Jahr hat mir die Gestaltung eines Fotobuches vom Urlaub geholfen und dann habe ich ganz schnell den Urlaub fürs Folgejahr festgemacht.

    Wünsche alles Gute und herzliche Grüße aus Seiffen.

  5. @Journey: Huh, na das nenn ich mal einen Kommentar 😉 *freu*
    Es ist wirklich so, das die Zeit weg ist wie im Nu. Ich kann mich noch erinnern, dass ich dachte „Juhu, endlich 18!“ und das kommt mir noch garnicht so lang her vor. Jetzt denke ich ständig „Shit bald werd ich 21“
    Die Zeit rinnt so vor sich hin… und als ich noch fest gearbeitet habe, war das ja auch kein Problem. Ich meine, klar, man steht auf, arbeitet, geht ins Bett. Aber da weis man wenigstens, was man getan hat. Seit ich wieder arbeitslos bin ist es so… Ich liege abends im Bett, und frag mich: „Was hast du heut eigentlich gemacht?“ … und da war dann meistens nicht mehr, als vielleicht zu bloggen, zu kochen (wenn überhaupt) und zu essen. Den restlichen Tag hab ich einfach rumgegammelt. Und dann war er schon wieder um. Ich bin auch zur Zeit ständig so schlapp und müde. Und das macht mich langsam verrückt… Ich will doch was von meinem Leben!

    Aber ich denke, ich sollte mir ein Hobby suchen. Irgendwas draußen. Dann wird das sicher auch wieder besser. Und vielleicht ist es auch wirklich nur die Frühjahrsmüdigkeit.

    Vielen Dank für deine lieben Worte 🙂 Das bedeutet mir viel.

    Und ich denke, das es bei dir sicher eher der Ehrgeiz ist, der dich treibt. Und das ist doch gut =)

    Wahrscheinlich hat jeder so seine kleinen Grauphasen im Leben. Wir dürfen uns nur nicht von ihnen nach unten ziehen lassen.

  6. @Carosa: Halli hallo 🙂 Oh eine neue Leserin, und auch noch aus der Nähe! *freu*

    Ich glaube da könntest du recht haben o.O Wenn ich so darüber nachdenke… wir waren im Urlaub ständig unterwegs, haben soviel unternommen und erlebt… vielleicht kommt mir mein Leben nur im Hinblick darauf so trist und eintönig vor.

    Und wie gesagt, ich muss mir nur irgendwas suchen, womit ich mich sinnvoll beschäftigen kann. Dann wird das bestimmt 🙂

  7. Ich weiß, es ist böse… herzlos… verachtenswert…

    Aber das hier zu lesen ist Balsam für meine Seele.
    Man kann die Augen vor allen unliebsamen Dingen verschließen, aber irgendwann holt einen alles ein.

    JETZT fühle ich mich gut. Einfach nur gut.

    Auf dass du niemals wieder aus diesem Loch heraus findest!

    Fe

  8. @Fe

    Es ist schon komisch, das immer dann, wenns einem gerade nicht gut geht, die Ex-Freunde angekrochen kommen, und denken, sie müssten nochmal einen drauf setzen.

    Nun, gerade von dir hatte ich eigentlich mehr erwartet.

    Aber ich werde mich nicht unterkriegen lassen. Weder von den vielen Problemen, die ich im Moment habe, noch von dir.

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